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Kohlmeise mit VogelpockenKohlmeise mit Vogelpocken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vogelpocken (Meisenpocken)

 

Seit gut zwei Jahrzehnten mehren sich in Europa die Hinweise auf tumorartige Wucherungen bei Kohlmeisen, Heckenbraunellen und anderen Meisen- bzw. Vogelarten. Beobachtungen liegen inzwischen aus Osteuropa und dem Balkan, aus Mitteleuropa sowie den Britischen Inseln vor.

Meistens befinden sich bei Kohlmeisen die mitunter monströsen, erbs- bis gut haselnussgroßen Wucherungen an Kopf und Hals, gelegentlich auch an Brust, Bauch, Beinen und Flügeln. Am Kopf können Vogelpocken je nach Lokalisation die Nahrungsaufnahme und das Sehen beeinträchtigen. Nicht selten sind mehrere Vögel gleichzeitig betroffen. Vogelpocken treten nach unserenn Erhebunngen bundesweit und ganzjährig auf. Die meisten Fallberichte erreichen uns zwischen Oktober und April, was möglicherweise mir der erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber Futterhausbesuchern zusammenhägen kann.

Die Erkrankung wird durch Avipox-Viren ausgelöst, die durch Stechmücken und an Oberflächen von Vogel zu Vogel übertragen werden. Die Infektion läuft über mehrere Wochen mit zunehmendem Wachstum der Pocken und kann danach ausheilen, d.h. die Pocken fallen ab und die Hautstelle verheilt (wie mehrere Fallberichte inzwischen bestätigen, einen gut dokumentierten Fall bei Heckenbraunellen haben wir veröffentlicht). Eine Gefahr für Mensch, Haustiere oder Nutzgeflügel besteht nicht, da die Vogelpocken -wie der Name schon sagt- Vögel betrifft. Vogelpocken treten weltweit bei zahlreichen und unterschiedlichsten Vogelarten auf.

Eine direkte Hilfe (Medikamente etc.) für betroffene Vögel ist meistens nicht möglich. Man kann die Vögel mit Futter- und Wasserangeboten im Garten unterstützen. Hier haben sie oft trotz ihres Handycaps gute Chancen, ihre Infektion zu überstehen. Ein Einfangen würde zudem zusätzlichen Stress für den Vogel bedeuten.

Vogelpocken sind nur bei tierärztlicher Diagnose meldepflichtig. Allerdings sammeln wir seit Jahren Beobachtungsmeldungen, um einen genaueren Überblick über die Verbreitung der Krankheit zu bekommen.

Ähnlichkeit mit den Vogelpocken können die flüssigkeitsgefüllten Zysten der Trematode Collyriclum faba haben, die sich an Bauch und Bürzel von Singvögeln finden können. Der Erreger entwickelt sich in einem komplexen Zyklus, an dem auch eine Wasserschneckenart beteiligt ist.